Judith Bremer Dipl.Päd.& Händigkeitsberatung in Kappeln an der Schlei

     
"Die Sache mit dem schönen Händchen"


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Die Sache mit dem „schönen Händchen“!
Die Händigkeitsfindung ist ein sensibler Prozess in der Kindesentwicklung…

…und bei vielen Kindern verläuft sie glücklicherweise völlig ungestört, d.h. die Kinder
benutzen ganz selbstverständlich ihre dominante Hand.
Andere Kinder hingegen haben Probleme ihre Händigkeit zu finden.
Obwohl die Links- und Rechtshändigkeit dem Menschen angeboren ist, gibt es mehrere
Gründe warum einige linkshändige Kinder nicht mit ihrer dominanten Hand malen bzw.
schreiben. Welche Hand ein Kind zum Malen und/oder Schreiben benutzt wird auch heute
noch – meist unabsichtlich und gedankenlos – vom Umfeld mit beeinflusst.
Kommt es zu einer Beeinflussung oder Störung während der Händigkeitsfindung,
können sich Handdominanz und Schreibhand unterscheiden. Dies wird dann als
„umgeschulte Händigkeit“ oder „unerkannte Linkshändigkeit“ bezeichnet.

Folgen von Händigkeitsumschulungen können sehr vielfältig sein:
- Lese-Rechtschreibschwäche (z.B. legasthene Auffälligkeiten)
- Sprachauffälligkeiten (z.B. Stottern)
- feinmotorische Probleme (verkrampfte Stifthaltung, Mal- und Bastelunlust)
- Rechts-Links-Unsicherheiten (z.B. Buchstaben- und Zahlendreher)
- Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisstörungen
- Verhaltensprobleme (Symptome, die häufig mit ADS/ADHS verwechselt werden)
- Einnässen, Nägelkauen, Zurückgezogenheit,  Minderwertigkeitsgefühle…..

Das natürliche Imitationsverhalten der Kinder spielt bei der Händigkeitsfindung eine
wichtige Rolle. Kinder wollen nicht auffallen; sie wollen gerne alles richtig machen.
So gleichen einige linkshändige Kinder ihren Handgebrauch dem der rechtshändigen
Umgebung an. Diese Selbstumschulung betrifft eher besonders aufmerksame Kinder,
die ihre Umgebung schon in den ersten Lebensjahren sehr genau beobachten.
Auch lassen sich einige linkshändige Kinder durch sprachliche Lenkung („Gib die
richtige/schöne Hand!“) oder durch kulturelle Vorgaben beim Essen („Das Messer
gehört in die rechte Hand!“) zum bevorzugten Gebrauch ihrer rechten Hand verleiten.
Ebenfalls können körperliche Voraussetzungen die Händigkeitsfindung erschweren:
Kinder, die bei der Geburt unter einem -auch noch so geringen- Sauerstoffmangel
litten, haben häufig Probleme ihre Händigkeit zu finden. Sie fallen oft durch langes,
vermeintlich beidhändiges Hantieren auf. Bei ihnen besteht die große Gefahr den
Handgebrauch der Umgebung einfach nachzuahmen.
Andere Kinder mit einer schwach entwickelten Körperspannung (Tonusschwäche)
müssen sich fast ständig beim Sitzen am Tisch mit einem Arm abstützen.
Diese Aufgabe übernimmt hauptsächlich die dominante Seite. Somit ist für andere
Tätigkeiten zwangsläufig nur die nicht dominante Hand frei.
Dies führt dazu, dass Kinder ihre nicht dominante Hand für feinmotorische
Tätigkeiten häufiger einsetzen und deswegen besser trainieren.
Aufgrund der Annahme, die geübte Hand sei automatisch auch die dominante Hand,
schätzen viele Eltern (ebenso Erzieher und Lehrer) die Händigkeit der Kinder nicht
immer richtig ein.

Das rechtshändige Malen ist kein eindeutiges Indiz für die Rechtshändigkeit
eines Kindes! Die Händigkeit ist individuell in jedem Gehirn festgelegt!

Im Gehirn werden alle Bewegungen zeitlebens von der motorisch dominanten
Gehirnhälfte geplant und kontrolliert, unabhängig davon welche Hand tatsächlich
die Bewegung ausführt.         
Auch wenn linkshändige Kinder ohne äußeren Druck scheinbar freiwillig rechtshändig
schreiben, müssen ihre Gehirne mehr leisten als die Gehirne von nicht Umgeschulten.
Rund 30 % mehr Energie benötigt das Gehirn, um mit der nicht dominanten statt mit
der dominanten Gehirnhälfte den Prozess des Schreibens zu steuern.

Wer zum Schreiben mit der rechten Hand „gezwungen“ wird, hat zusätzlich mit den
Folgen des -meist gewaltsamen- Zwangs zu kämpfen. Nicht  nur der Druck, sondern
in erster Linie die Überforderung einer Gehirnhälfte durch das Schreiben mit der nicht
dominanten Hand, kann Ursache unterschiedlichster Schwierigkeiten sein.
Kinder sind nicht frei in der Wahl ihrer Händigkeit, denn diese ist angeboren.
Um diese unbeeinflusst zu finden und festigen zu können, benötigen sie ein Umfeld
aus aufmerksamen, informierten Eltern, Erzieher/innen, Pädagogen/innen und
anderen Bezugspersonen.
Nur wer weiß, dass jedes Kind seine Händigkeit finden muss und es bei diesem
Prozess bestimmte Gefahren zu vermeiden gilt, kann Kinder hierbei unterstützen
und gegebenenfalls frühzeitig professionelle Hilfe suchen.
Ein Blick auf das Spielzeug kann sehr hilfreich sein.
Lenkt z.B. die Kurbel des Baggers den Handgebrauch? Wo ist der Stift der Zaubertafel
angebracht? Mit Spielzeug, welches rechts- und linkshändig benutzt werden kann
(Kurbeln an beiden Seiten, Stift mittig) haben alle Kinder mehr Freude beim Spielen.
Für linkshändige Kinder sollten selbstverständlich geeignete Materialien (Scheren,
Werkzeug, Dosenöffner, Kartoffelschäler…) bereitgestellt werden.
Wenn Kinder spontan mit der linken Hand ausschneiden möchten, benötigen sie eine
Linkshänderschere. Mit einem Anspitzer für Linkshänder brechen auch die Stifte nicht
mehr ab.
Die beabsichtigte Beeinflussung des Handgebrauchs zugunsten der rechten Hand
wird heute erfreulicher Weise fast von allen abgelehnt aber um die eben genannten
Faktoren wissen immer noch zu wenige.
   
Die Händigkeitsfindung der Kinder wird maßgeblich von folgenden  Faktoren
mit beeinflusst:   

Körperliche Voraussetzungen : Sauerstoffmangel während der Geburt,
geringe Körperspannung
Umwelt : sprachliche Vorgaben: „richtige“ Hand,
kulturelle Vorgaben : Tischmanieren,
Lenkung aus Unkenntnis und technische Vorgaben : Spielzeug, Werkzeug 
Imitationsverhalten : Lernen durch Nachahmung

Noch immer wird in unserer Gesellschaft der rechten Hand eine einseitig große
Bedeutung zugeschrieben. Die Ablehnung einiger Kinder:
„Ich will aber kein Linkshänder sein!“ ist eine direkte Folge dieser Haltung.
Wer würde denn in der Betrachtung seiner Füße einen Fuß wichtiger finden als
den anderen?

© Judith Bremer, Dipl. Päd. Händigkeitsberatung, judith.bremer@t-online.de
    & Vera Hesse, Kita-Leitung, Händigkeitsberatung, vera.hesse@web.de













Kontakt

Judith Bremer
Tel. 04642 – 924843  oder 
 kontakt@judith-bremer.de
   

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meist vormittags zwischen
7.30- 8.30 Uhr  und immer
Donnerstags zwischen
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ich rufe Sie dann zügig zurück.
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meist zwischen 14.00–15.00 Uhr.

Die Testung findet in der
Poststraße 5
24376 Kappeln statt.
Da dies in der Kappelner Fußgängerzone liegt ist es
sinnvoll an einem der Groß-
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zu parken (von der Brücke aus
kommend ist der 2. und der 3.
Großparkplatz zur rechten
Seite kostenfrei!)



Poststraße 5, D-24376 Kappeln